Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Kammer engagiert sich, solange sie besteht, für eine bessere Versorgung psychisch kranker Menschen. Seit Jahren weist sie in Gesprächen mit Gesundheitspolitikern, Krankenkassen und Patientenverbänden darauf hin, dass es zu wenige psychotherapeutische Praxen gibt und die Patienten unzumutbar lange auf eine Behandlung warten müssen.
Der Kern des Problems ist eine überholte Bedarfsplanung, die den Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungsplätzen massiv unterschätzt. Jetzt steht eine Reform dieser Bedarfsplanung an. Die bisherigen Konzepte sorgen sich aber in erster Linie um eine bessere hausärztliche Versorgung auf dem Land. Dort machen Wähler inzwischen so viel Druck auf ihre Abgeordneten, dass auch in Berlin die Einsicht wuchs, dass etwas getan werden muss. Wir sollten von den Hausärzten lernen: Auch wir müssen uns an die Bundestagsabgeordneten wenden, um die Not unserer Patienten deutlich zu machen.
Die Psychotherapeutenkammer NRW hat in den vergangenen Wochen Gespräche mit der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten geführt und deutlich gemacht, warum eine grundlegende Reform der Bedarfsplanung notwendig ist. Der Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungsplätzen wächst Jahr für Jahr, wie insbesondere die steigende Zahl der Krankheitstage in der Wirtschaft aufgrund psychischer Störungen belegt. Deshalb fordern wir eine bessere ambulante und stationäre Versorgung für psychisch kranke Menschen.
Herzlich
Ihre Monika Konitzer

