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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

FAMOS in Paderborn gestartet



In Paderborn ist am 8. März das Modellprojekt „Familien optimal stärken“ (FAMOS) gestartet. FAMOS ist ein Projekt zur Gewaltprävention und Stärkung von Familien, in dem erstmals flächendeckend psychotherapeutische Präventionsprogramme (EFFEKT, PEP, Triple P) eingesetzt werden. „Es ist einfach, sich über aggressives Verhalten von Kindern und insbesondere von Jugendlichen zu empören“, erklärte Monika Konitzer, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer NRW. „Viel schwieriger ist es, Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihre emotionalen und sozialen Konflikte ohne Gewalt zu lösen.“

 

FAMOS-Logo

 

FAMOS ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Richterbundes NRW, des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Psychotherapeutenkammer NRW, des Verbandes Bildung und Erziehung NRW und der Stadt Paderborn – Jugendamt. Schirmherrin ist Roswitha Müller-Piepenkötter, NRW-Justizministerin, und Schirmherr ist Heinz Paus, Bürgermeister der Stadt Paderborn. Das Modellprojekt wird mit 155.000 Euro vom NRW-Familienministerium und mit 79.000 Euro von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention gefördert. Die Wirksamkeit der eingesetzten Präventionsprogramme wird durch Prof. Dr. Nina Heinrichs von der Universität Bielefeld evaluiert. FAMOS ist die neue Bezeichnung der „Modellregion für Erziehung“, die ursprünglich in Recklinghausen geplant war.

 

„80 Prozent der inhaftierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben keinen Berufsabschluss, 40 Prozent keinen Schulabschluss, jeder zehnte Inhaftierte ist psychisch krank“, stellte NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter einführend auf der Auftaktveranstaltung am 8. März fest.

 

„Die Eltern werden zu häufig zu den Schuldigen gemacht, wenn Jugendliche randalieren oder straffällig werden“, erklärte Monika Konitzer, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer NRW. Tatsächlich seien Familien mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Belastungen alleine oft überfordert. Die Präventionsprogramme, die zukünftig in Paderborn angeboten werden, könnten dagegen Familien nachhaltig dabei unterstützen, besser miteinander und mit anderen zurechtzukommen. Konitzer betonte, dass mit diesen Programmen auch Kindern geholfen werden könne, die ängstlich und depressiv seien. Ängste und Depressionen seien viel häufiger als aggressives Verhalten, aber nicht so auffällig. „Die Paderborner Programme übersehen diese still leidenden Kinder und Jugendlichen nicht“, hob die NRW-Präsidentin hervor.

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