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Nordrhein-Westfalen

Proteste gegen RTL erfolgreich



Die Proteste gegen die RTL-Dokusoap „Erwachsen auf Probe“ waren erfolgreich. Der Kölner Sender geriet wegen seiner Sendung, in der Teenagerpärchen an fremden Säuglingen erproben, ob sie bereits elterlichen Aufgaben gewachsen sind, massiv unter Druck. „Säuglinge sind keine Versuchskaninchen“, kritisierte Präsidentin Monika Konitzer. „Sie können zu TV-Experimenten nicht Nein sagen. Der Gesetzgeber sollte das für sie tun.“ Gleichzeitig forderte sie von der Landesregierung ein größeres finanzielles Engagement in der professionellen Erziehungs- und Familienberatung. „Der Bedarf an individueller Familienberatung wird weiter steigen“, mahnte Konitzer. „Wir sollten die Eltern nicht auf das Boulevardfernsehen verweisen.“ Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hielt ebenfalls einen stärkeren Schutz von Säuglingen und Kleinstkindern bei Medienproduktionen für notwendig. In den vergangenen Jahren hätten sich TV-Formate gehäuft, die bewusst auf eine Verletzung der Menschenrechte setzten. Deshalb hält die Kinderkommission eine Überprüfung des Jugendarbeitsschutzgesetzes für erforderlich, um auch Säuglinge und Kleinstkinder bis drei Jahren besser bei Film- und TV-Produktionen zu schützen. Die Kommission regt ferner an, einen Ethikbeirat für Produktionen von Rundfunksendungen einzurichten. Es müsse ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Kinder Rechte haben und auch das Privatfernsehen eine moralische Verantwortung trage. Das Bundesfamilienministerium prüft ebenfalls, inwieweit das Jugendarbeitsschutzgesetz geändert werden muss. Säuglinge und Kleinkinder befänden sich noch in der Hochphase ihrer Bindungsentwicklung und bräuchten stabile und verlässliche Beziehungen und keine Experimente. „Vor diesem Hintergrund ist das Format von RTL nicht nur höchst problematisch, sondern inakzeptabel“, so das Ministerium. Schließlich wendete sich auch die Werbewirtschaft von der kritisierten Serie ab. Nach Presseberichten zogen zehn Unternehmen ihre Werbespots zurück.

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