Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir brauchen in Deutschland mehr niedergelassene Psychotherapeuten, damit psychische Krankheiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Deshalb muss die Morbidität zu einem wesentlichen Faktor der Bedarfsplanung werden. Und damit es nicht zu einem Abbau von psychotherapeutischen Praxissitzen kommt, brauchen wir kurzfristig eine Neuberechnung des Verhältnisses von Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner.
Schließlich besteht in Nordrhein-Westfalen noch ein Spezialproblem: Für ambulante Medizin und Psychotherapie steht im größten deutschen Bundesland deutlich weniger Geld zur Verfügung als im Bundesdurchschnitt: Im Armenhaus Berlin sind es 386 Euro je Versicherten, in Bayern 376, in Baden-Württemberg 344 Euro und in Nordrhein 330. Nordrhein ist allerdings noch nicht das Schlusslicht der Liste: Es folgen noch Sachsen-Anhalt mit 325 Euro je Versicherten und Westfalen-Lippe mit 321 Euro. Die Psychotherapeutenkammer NRW unterstützt deshalb den Aufruf der KV Nordrhein, der KV Westfalen-Lippe und der Praxisnetze NRW für eine faire Vergütung der nordrhein-westfälischen Ärzte und Psychotherapeuten, damit auch zukünftig die ambulante Versorgung zwischen Rhein, Ruhr und Lippe gesichert werden kann.
Herzlich
Ihre Monika Konitzer
