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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

Beschwerdeverfahren bei der PTK NRW



Die Psychotherapeutenkammer NRW hat die Aufgabe, Beschwerden von Patienten zu prüfen und berufsrechtliches Verhalten von Mitgliedern zu beurteilen. Der Ablauf des Beschwerdeverfahrens folgt den Vorgaben des Heilberufsgesetzes NRW und des Verwaltungsverfahrensrechts. Die einzelnen Schritte werden im Folgenden dargestellt.

 

Eine erfolgreiche Psychotherapie basiert auf einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Therapeut/in und Patient/in. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass sich der Psychotherapeut an die Regeln seiner Berufsordnung hält. Ist dies nicht der Fall, können Patienten sich mit einer Beschwerde an die Psychotherapeutenkammer wenden.  Die Psychotherapeutenkammer ist für die berufsrechtliche Aufsicht über alle in Nordrhein-Westfalen tätigen Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zuständig.

 

Gründe für Beschwerden können beispielsweise darin liegen, dass der Psychotherapeut die Schweigepflicht missachtet, persönliche Beziehungen zum Patienten aufgenommen, den Patienten vor Beginn der Behandlung nicht ausreichend über die Behandlung aufgeklärt, keine Einsicht in die Dokumentation gewährt oder notwendige Bescheinigungen nicht erstellt. Die Regeln für die Berufsausübung der Psychotherapeuten finden sich in der Berufsordnung der Psychotherapeutenkammer NRW. Eine Übersicht zu einigen wichtigen Regeln zur Berufsausübung ist auf einer Internetseite der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) zusammengefasst: http://www.bptk.de/patienten/wege-zur-psychotherapie/welche-rechte-haben-sie-als-patient.html.

 

Eine Beschwerde sollte schriftlich (nicht per E-Mail) bei der Psychotherapeutenkammer eingereicht werden, persönlich von dem Patienten unterschrieben sein und die Tatsachen geordnet nennen, über die sich der Patient beschweren möchte. Zudem sollte der Patient den betroffenen Psychotherapeuten von der Schweigepflicht entbinden.

 

Nach Eingang der Beschwerde erhält der Patient eine Eingangsbestätigung. Liegt der Kammer zu diesem Zeitpunkt noch keine Schweigepflichtentbindungserklärung vor, wird der Patient gebeten, diese zu erteilen.  Unter Vorlage der Schweigepflichtentbindungserklärung des Patienten wird der Psychotherapeut dann von der Kammer zur Stellungnahme zu den Vorwürfen und ggf. zur Vorlage der Dokumentation aufgefordert. Da Psychotherapeuten der Schweigepflicht unterliegen, dürfen sie sich gegenüber der Kammer nur dann äußern, wenn der betroffene Patient damit einverstanden ist.

 

Nach Eingang der Stellungnahme des Psychotherapeuten und ggf. der zugehörigen Dokumentation wird der Sachverhalt durch die Kammer geprüft. Wenn erforderlich, wird die Dokumentation der Behandlung angefordert oder es werden Rückfragen an den Behandler gestellt. Auf dem Hintergrund all dieser Unterlagen beurteilt der Vorstand der Psychotherapeutenkammer NRW, ob ein berufsrechtliches Fehlverhalten vorliegt.

 

Kommt der Vorstand zu der Überzeugung, dass ein berufsrechtliches Fehlverhalten nicht vorliegt oder nicht erwiesen werden kann, muss er das berufsrechtliche Verfahren einstellen. Hält der Vorstand ein berufsrechtliches Fehlverhalten für erwiesen, kann er einen Antrag auf Einleitung eines berufsgerichtlichen Verfahrens stellen.

 

Die erstinstanzlichen Verfahren erfolgen bei zwei Berufsgerichten, die bei den Verwaltungsgerichten in Köln und Münster angesiedelt sind. In diesen gerichtlichen Verfahren kann auf Warnung, Verweis, Entziehung des passiven Berufswahlrechtes, Geldbuße bis zu 50.000 Euro oder Feststellung der Unwürdigkeit zur Ausübung des Berufs erkannt werden, dabei können Verweis und Entziehung des passiven Berufswahlrechtes neben einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro ausgesprochen werden. Das Berufsgericht verhandelt und entscheidet in Kammern, die mit einer Berufsrichterin oder einem Berufsrichter als Vorsitzende und zwei Psychotherapeuten als Beisitzer besetzt sind. Die Kammer ist in diesen Verfahren als Antragstellerin beteiligt.

 

In den Fällen, in denen zwar ein berufsrechtliches Fehlverhalten vorliegt, der Vorstand aber gleichwohl der Ansicht ist, dass die Schuld gering ist und der Antrag auf Einleitung eines berufsgerichtlichen Verfahrens nicht erforderlich ist, kann er den Kammerangehörigen, also den Psychotherapeuten, rügen. Diese Rüge kann der Vorstand zudem mit einem Ordnungsgeld bis zu 5.000 Euro verbinden.

 

Selbstverständlich können auch Personen, die keine Patienten eines bestimmten Psychotherapeuten sind, sich bei der Kammer über diesen Psychotherapeuten beschweren. Dies ist wegen des Schutzes von Patienten aber nur möglich, soweit Sachverhalte betroffen sind, die nicht in direktem Zusammenhang mit einer Patientenbehandlung stehen (beispielsweise Äußerungen eines Psychotherapeuten in der Öffentlichkeit). Soweit es aber um Patientenbehandlungen geht, darf die Kammer nur ermitteln, wenn der Patient mit der Offenbarung seiner Daten gegenüber der Kammer einverstanden ist.

 

Die Psychotherapeutenkammer NRW ist ausschließlich für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zuständig. Psychologen unterliegen lediglich dann der Kammeraufsicht, wenn sie zudem als Psychotherapeuten approbiert sind. Bei Beschwerden über psychotherapeutisch tätige Ärzte sollten Patienten sich an die örtlich zuständigen Ärztekammern wenden. In Nordrhein-Westfalen handelt es sich dabei um die Ärztekammer Nordrhein für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln sowie die Ärztekammer Westfalen-Lippe für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster.

 

Für Beschwerden über Heilpraktiker, auch wenn diese Psychologen sind, sind die örtlichen Gesundheitsämter die richtigen Ansprechpartner.

 

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