Psychotherapie bei Erwachsenen mit einer Intelligenzminderung - Basisseminar

Samstag, 13. April 2024, 9:00 Uhr bis 16:15 Uhr
InterCity Hotel Dortmund, Katharinenstr. 9, 44137 Dortmund
Teilnahmegebühr: 115 Euro (inkl. Getränke und Verpflegung)
| Fortbildungspunkte: 10

  • Programm

    Menschen mit Intelligenzminderung (IM) erkranken drei bis viermal häufiger an psychischen Störungen als Menschen ohne IM.

    Verglichen mit der Allgemeinbevölkerung, erkranken Menschen mit einer Intelligenzminderung (IM) drei- bis viermal häufiger an psychischen Störungen. Die Behandlung dieser Patientengruppe wird von vielen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Herausforderung empfunden. Das liegt zum Teil an mangelndem zielgruppenspezifischem Wissen, aber auch an unverständlichen Verhaltensweisen dieser Personengruppe, die Berührungsängste auslösen können. Durch das Konzept der emotionalen Entwicklung werden diese Verhaltensweisen verständlicher. Der emotionale Entwicklungsstand kann mit Hilfe der Skala der emotionalen Entwicklung-Diagnostik (SEED) (Sappok et al, 2018) konzeptualisiert werden. Der Umgang mit der SEED bildet in dem Seminar die Grundlage. Durch die Erhebung des emotionalen Entwicklungsniveaus, wird eine Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen des Menschen mit IM angeregt und der therapeutische Prozess entsprechend angepasst.

    9:00 bis 16:15 Uhr - Seminar mit Pausen
    (Mittgaspause 12:15 bis 13:00 Uhr)

    Ziele des Seminars:

    • Vermittlung von Handlungswissen zur Beziehungsarbeit und Arbeitsweisen im Kontakt mit intelligenzgeminderten Patientinnen und Patienten
    • Erläuterung der Bedeutung der Doppeldiagnose „Intelligenzminderung“ und „psychische Störung“
    • Diagnostik des emotionalen Entwicklungsniveaus, Verdeutlichung der Auswirkung des emotionalen Entwicklungsniveaus von Patientinnen und Patienten auf ihre psychische Störung anhand von Fallbeispielen und Aufzeigen von Schritten in der therapeutischen Arbeit und Anpassung der bekannten verhaltenstherapeutischen Techniken an das jeweilige Denk- und Sprachniveau
    • Einbezug von Familienmitgliedern und/oder Betreuerinnen und Betreuern der Patientinnen und Patienten in den Psychotherapieprozess und Verdeutlichung anhand von praktischen Beispielen, wie diese Kooperation genutzt werden kann, um den Transfer von den in der Therapie erworbenen Erfahrungen zu ermöglichen. 
    • Vorstellung der zentralen Rolle der therapeutischen Beziehung und ihre unterstützende Funktion in der Psychotherapie mit intelligenzgeminderten Menschen
    • Erfahrungsaustausch und Diskussion


    Referentin: Annika Kleischmann, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Universität Witten/Herdecke