Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren Teil II

Freitag, 1. April 2022, 16:00 Uhr bis 19:45 Uhr und
Samstag, 2. April 2022, 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Novotel City West, Niederkasseler Lohweg 135, 40547 Düsseldorf
Teilnahmegebühr: 200 Euro | Fortbildungspunkte: 16

Der zweite Teil des Fortbildungscurriculums, das die PTK NRW in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein anbietet, befasst sich mit Diagnose- und Explorationsmethoden unter dem Blickwinkel ihrer störungsspezifischen, geschlechts- und kulturbezogenen Anwendungsmöglichkeiten und Aussagekraft; zudem wird auf Möglichkeiten der Begutachtung körperlicher Folterfolgen eingegangen. Die Veranstaltung schließt mit Übungen zur Vorgehensweise und Gestaltung der Untersuchungssituation anhand konkreter Begutachtungsfälle ab.

Moderation: Veronika Wolf, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge (PSZ) Düsseldorf

Programm Freitag Programm Samstag

Referentinnen und Referenten:
Michael Hoshino, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Düsseldorf
Dr. Marcel Jühling, Arzt, Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf
Gisela Scheef-Maier, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, freie Mitarbeiterin im Zentrum ÜBERLEBEN Berlin
Dr. Mechthild Wenk-Ansohn, Fachärztin für Allgemeinmedizin - Psychotherapie, freie Mitarbeiterin im Zentrum ÜBERLEBEN Berlin
Susanne Wessels, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Refugio Münster

Curriculum Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren

Geflüchtete Menschen, die bei uns Schutz suchen, haben häufig Bürgerkrieg, Verfolgung und Gewalt erlebt, ein Teil von ihnen leidet an psychisch reaktiven Traumafolgestörungen, die im Asylverfahren oftmals nur unzureichend bemerkt werden, was ihre Chancen einschränkt, einen sicheren Aufenthalt zu erhalten. Die Abklärung ihrer Erkrankungen erfordert spezifische Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Psychotraumatologie, Differenzialdiagnostik, transkultureller Kommunikation und Diagnostik unter Einbeziehung von Sprachmittler*innen. Untersucher*innen sollten entsprechend fortgebildet sein, die aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sowie die kulturspezifischen und rechtlichen Besonderheiten kennen und Erfahrung in der Beziehungsgestaltung mit schwer Traumatisierten in Diagnostik und Therapie haben. Vor diesem Hintergrund entwickelte eine fachübergreifende Arbeitsgruppe die „Standards zur Begutachtung psychotraumatisierter Menschen“ (SBPM), welche die Basis für dieses zweiteilige Curriculum bilden.
Das Curriculum bietet die Psychotherapeutenkammer NRW in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein an.