Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren Teil II

Freitag, 20. August 2021, 16:00 bis 19:45 Uhr
Samstag, 21. August 2021, 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Düsseldorf
Teilnahmegebühr: 200 Euro | Fortbildungspunkte: 16

Der zweite Teil des Fortbildungscurriculums, das die PTK NRW in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein anbietet, befasst sich mit Diagnose- und Explorationsmethoden unter dem Blickwinkel ihrer störungsspezifischen, geschlechts- und kulturbezogenen Anwendungsmöglichkeiten und Aussagekraft; zudem wird auf Möglichkeiten der Begutachtung kör-perlicher Folterfolgen eingegangen. Die Veranstaltung schließt mit Übungen zur Vorgehensweise und Gestaltung der Untersuchungssituation anhand konkreter Begutachtungsfälle ab.

Moderation:
Veronika Wolf, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge (PSZ) Düsseldorf

Programm Freitag

16:00 Uhr – Anmeldung
16:15 Uhr bis 19:45 Uhr – Seminar mit Pausen
(Kaffeepause 18:00 Uhr bis 18:15 Uhr)

  • Differentialdiagnostik und komorbide Störungen
  • Exploration und ihre traumaspezifischen Besonderheiten
  • Beschwerdevalidierung und Aussagepsychologische Bewertung

Programm Samstag

9:00 Uhr –  Anmeldung
9:15 Uhr bis 17:00 Uhr – Seminar mit Pausen
(Mittagspause 12:30 Uhr bis 13:15 Uhr)

  • UN-Istanbul-Protokoll und die Erkennung und Begutachtung von körperlichen Folterspuren
  • Transkulturelle Aspekte der Begutachtung: Genderaspekte
  • Übungen zur Gesprächsgestaltung
  • Übungen zur Abfassung
  • Fehlerquellen & spezielle Fragestellungen
  • Integration der Ergebnisse

Referentinnen und Referenten

Michael Hoshino
Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Düsseldorf

Marcel Jühling
Arzt, Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf

Gisela Scheef-Maier
Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Ambulante Abt. für die Behandlung von Folteropfern und traumatisierten Geflüchteten, Zentrum ÜBERLEBEN Berlin

Dr. Mechthild Wenk-Ansohn
Fachärztin für Allgemeinmedizin - Psychotherapie, freie Mitarbeiterin im Zentrum ÜBERLEBEN Berlin

Curriculum Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren

Geflüchtete Menschen, die bei uns Schutz suchen, haben häufig Bürgerkrieg, Verfolgung und Gewalt erlebt, ein Teil von ihnen leidet an psychisch reaktiven Traumafolgestörungen, die im Asylverfahren oftmals nur unzureichend bemerkt werden, was ihre Chancen einschränkt, einen sicheren Aufenthalt zu erhalten. Die Abklärung ihrer Erkrankungen erfordert spezifische Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Psychotraumatologie, Differenzialdiagnostik, transkultureller Kommunikation und Diagnostik unter Einbeziehung von Sprachmittler*innen. Untersucher*innen sollten entsprechend fortgebildet sein, die aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sowie die kulturspezifischen und rechtlichen Besonderheiten kennen und Erfahrung in der Beziehungsgestaltung mit schwer Traumatisierten in Diagnostik und Therapie haben. Vor diesem Hintergrund entwickelte eine fachübergreifende Arbeitsgruppe die „Standards zur Begutachtung psychotraumatisierter Menschen“ (SBPM), welche die Basis für dieses zweiteilige Curriculum bilden.

Das Curriculum bietet die Psychotherapeutenkammer NRW in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein an. Die Teilnahme an der Fortbildung soll Interessierte dazu befähigen, entsprechend als Sachverständige gutachterlich tätig zu werden. Die PTK NRW führt eine Sachverständigenliste auf der Grundlage ihrer Verwaltungsvorschrift.

Für die Aufnahme in eine entsprechende Sachverständigenliste der PTK NRW sind der Teilnahmenachweis an beiden Teilen des Curriculums sowie die Erstellung von 3 Gutachten unter Supervision erforderlich.

Weitere Informationen zur Sachverständigentätigkeit finden Sie hier.
Für Fragen rund um die Antragstellung zur Listenaufnahme steht Ihnen unsere Mitgliederberatung zur Verfügung.