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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

Welche Hygienemaßnahmen sind zu beachten?

 

In Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen ist nach der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO) [PDF-Dokument, 172 KB] eine Mund-Nase-Bedeckung verpflichtend. Die „Maskenpflicht“ gilt für alle Bürgerinnen und Bürger in NRW.

 

Die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung gilt auch bei psychotherapeutischen Behandlungen. Sie wird durch das Tragen eines textilen Mund-Nasen-Schutzes erfüllt, beispielsweise durch sogenannte „Alltagsmasken“, oder das Bedecken von Mund und Nase mit einem Schal oder einem Tuch.

 

Nach § 2 Abs. 3 Satz 2 der Verordnung gilt die Verpflichtung zur Mund-Nase-Bedeckung nicht für Kinder bis zum Schuleintritt und nicht für Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können. Gemäß § 2 Abs. 3 Satz 4 der Coronaschutzverordnung kann die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für Praxisinhaber und Praxisbeschäftigte durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (Abtrennung des Arbeitsplatzes durch Glas, Plexiglas o.ä.), hilfsweise – falls das dauerhafte Tragen einer textilen Mund-Nase-Bedeckung zu Beeinträchtigungen führt – durch das Tragen eines das Gesicht vollständig bedeckenden Visiers ersetzt werden. Die grundsätzliche Verpflichtung der Patientin und des Patienten, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, wird dadurch aber nicht berührt. Zudem kann laut § 2 Abs. 3 Satz 4 der Coronaschutzverordnung die Mund-Nase-Bedeckung vorübergehend abgelegt werden, wenn das zur Ermöglichung einer Dienstleistung oder ärztlichen Behandlung oder aus anderen Gründen (z. B. Kommunikation mit einem gehörlosen oder schwerhörigen Menschen, zur Einnahme von Speisen und Getränken in Zügen des Personenfernverkehrs) zwingend erforderlich ist Nach Einschätzung der Psychotherapeutenkammer NRW (PTK NRW) dürfte im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungen in vielen Situationen das zwingende Erfordernis bestehen, dass Patientinnen und Patienten  die Mund-Nase-Bedeckung vorübergehend ablegen. Ob und wann dies jeweils der Fall ist, obliegt der fachlichen Beurteilung der behandelnden Psychotherapeutin oder des behandelnden Psychotherapeuten.

 

Die PTK NRW weist darauf hin, dass mit den vorstehenden Erwägungen keinesfalls der Eindruck erweckt werden soll, das Tragen eines Mundschutzes sei nicht relevant. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im öffentlichen Leben kann nach Aussage des Robert-Koch-Institutes (RKI) [externer Link] vielmehr dazu beitragen, die Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen zu schützen. Voraussetzung dafür sei, dass genügend Menschen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und richtig mit der Mund-Nase-Bedeckung umgehen: die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden; sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft werden und auch nicht um den Hals getragen werden. Insoweit ruft auch die PTK NRW dazu auf, die Verpflichtung zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ernst zu nehmen.

 

Die PTK NRW ist nicht in die Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung eingebunden. Die Zuständigkeiten unterscheiden sich danach, ob niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten über eine vertragspsychotherapeutische Zulassung verfügen oder nicht.

 

Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe haben nach telefonischer Rückfrage durch die PTK NRW bestätigt, zur Reduzierung des Infektionsrisikos bereits mit der Ausgabe von Schutzausrüstung an kassenzugelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten begonnen zu haben.

 

Die PTK NRW hat zudem bei den Regierungsbezirken in Nordrhein-Westfalen angefragt, an wen sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Privatpraxen wenden können, wenn sie Bedarf an Schutzausrüstung haben. Die Rückmeldungen hierzu sind unterschiedlich. Während teils darauf verwiesen wird, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ohne vertragspsychotherapeutische Zulassung würden in den Beschaffungswegen des Bundes und des Landes nicht berücksichtigt und seien damit selbst für die Beschaffung der Schutzausrüstung verantwortlich, wird andererseits mitgeteilt, dass alle Schutzmaterialien im Regierungsbezirk nach einem Berechnungsschlüssel schnellstmöglich an die Krisenstäbe der Kreise und kreisfreie Städte weitergeleitet würden. Bei Bedarf an Schutzausrüstung möge man sich an den örtlich zuständigen Krisenstab (dieser ist beim Kreis oder der kreisfreien Stadt angesiedelt) wenden.

 

Unabhängig von der „Maskenpflicht“ ist weiterhin auf die vom Robert Koch-Institut (RKI) zusammengestellten Informationen über die notwendigen Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen [externer Link] zu achten. Eine weitere Informationsquelle für ambulant tätige Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist der allgemein gültige Leitfaden „Hygiene in der psychotherapeutischen Praxis“ [PDF-Dokument, 1,7 MB], herausgegeben vom Kompetenzzentrum Hygiene- und Medizinprodukte der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

 

Im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungen sollte auf das Händeschütteln verzichtet und ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen Personen eingehalten werden. Patientinnen und Patienten sollten darauf hingewiesen werden, sich nach dem Betreten der Praxis die Hände angemessen lange mit Seife zu reinigen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet online Materialien zur Hygiene [externer Link] für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum kostenlosen Download, darunter auch ein Aufkleber "Richtig Hände waschen" an.

 

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in ihrer Praxis Hygienehinweise für Patientinnen und Patienten auslegen möchten, können das Merkblatt Virusinfektionen – Hygiene schützt! [PDF-Dokument, 624 KB] vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der BZgA nutzen. Über die Corona-Übersichtsseite der BZgA [externer Link] gelangen sie zu weiteren Materialien, darunter Printmedien und Plakate zu Hygienemaßnahmen für Kinder von 8 bis 12 Jahren und Hygienehinweise in anderen Sprachen. Informationen zum Coronavirus und zum Mund-Nase-Schutz in leichter Sprache und in Gebärdensprache bietet das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium [externer Link].

 

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