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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

Dürfen Gruppentherapien weiterhin durchgeführt werden?

 

Gruppentherapien dürfen weiterhin durchgeführt werden, da es sich um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten hierzu kritisch prüfen, ob die Durchführung unter Beachtung des Infektionsschutzes – Einhaltung allgemeiner Hygienemaßnahmen, ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Personen, Lüftung der Räumlichkeiten, Desinfektion etc. – zumutbar ist. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen für die Durchführung von Gruppensitzungen während der COVID-19-Pandemie enthält die Praxis-Info "Coronavirus" der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) [externer Link].

 

Wurde eine Patientin oder ein Patient positiv getestet, können keine Gruppentherapien mehr stattfinden, wenn die letzte gemeinsame Sitzung innerhalb der vergangenen zwei Wochen lag. Das gilt auch, wenn eine Patientin oder ein Patient sich in  diesem Zeitraum in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte. Lag die letzte Gruppensitzung länger als 14 Tage zurück, ist zu überlegen, ob die Gruppensitzungen ohne die erkrankten und sich in Quarantäne befindenden Teilnehmenden durchgeführt werden können. Können die Gruppentherapien mit weniger Patientinnen und Patienten nicht mehr stattfinden, sollte geprüft werden, ob jedem Einzelnen Behandlungen zum Beispiel per Videotelefonat angeboten werden können. Weitere Informationen zu Videobehandlungen finden Sie unter „Was gilt für den Einsatz von Video und Telefon in der Psychotherapie?“.


Prinzipiell sollte der gesamtgesellschaftliche Auftrag beachtet werden, in der Coronakrise die physischen Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert auf seiner Internetseite über allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und über Infektionsschutzmaßnahmen [externer Link]. Informationen zur „Maskenpflicht“ bei psychotherapeutischen Behandlungen und weitere Hygienemaßnahmen finden Sie auch in unserer FAQ „Welche Hygienemaßnahmen sind zu beachten?“.

 

In Praxen mit Kassenzulassung können bis vorerst zum 31. Dezember 2020 als Gruppentherapie genehmigte Leistungen übergangsweise in eine Einzeltherapie umgewandelt werden, ohne dass ein gesonderter Antrag bei der Krankenkasse oder eine gesonderte Begutachtung erfolgen muss. Ein formloser Antrag (ohne Formular) bei der Krankenkasse reicht aus. Diese Sonderregelung wurden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) im März kurzfristig beschlossen und nun bis Ende des 4. Quartal 2020 verlängert, um die psychotherapeutische Versorgung während der Corona-Pandemie zu erleichtern.


Auf ihrer Internetseite informiert die KBV zur Abrechnung dieser Leistungen [externer Link] wie folgt: Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patientin bzw. Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.


Die Durchführung von Gruppentherapien als Videobehandlung ist derzeit nicht möglich.

 

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