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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen
Dienstag, 3. September 2019

Konstituierende Kammerversammlung am 28. August 2019 in Dortmund


Am 28. August 2019 traten die neu gewählten Mitglieder der 5. Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW (PTK NRW) in Dortmund zur konstituierenden Kammerversammlung zusammen. Für die Wahlperiode 2019 bis 2024 gehören der Kammerversammlung 110 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an. In seiner Begrüßung dankte der noch amtierende Kammerpräsident Gerd Höhner insbesondere auch den zahlreichen erstmals in dem Gremium vertretenen Kolleginnen und Kollegen für ihre Bereitschaft, die Kammerpolitik mitzugestalten.

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Mechthild Greive
Matthias Fink

Ausdrücklichen Dank sprach er Mechthild Greive aus, die im Mai 2017 in einer Ergänzungswahl zur Beisitzerin in den Vorstand gewählt worden war und mit Ende der Amtszeit auf eigenen Wunsch aus der Kammerversammlung ausschied. „Mit ihren vielfältigen beruflichen Erfahrungen unter anderem als Leiterin eines großen städtischen Krankenhauses und ihrem Fachwissen als Juristin habe ich sie als sehr kompetente Kollegin erlebt, die gewinnbringende Impulse in die Vorstandsarbeit eingebracht hat.“ Herzliche Abschiedsworte richtete Gerd Höhner auch an Matthias Fink, der nach 17 Jahren Mitarbeit in der Kammerversammlung sein Mandat niederlegte. „Mit ihm geht jemand, der stets die Kooperation gesucht und sich mit viel fachlichem und politischem Engagement für unseren Berufsstand und insbesondere für die Kinder- und Jugendpsychotherapie eingesetzt hat.“

 

Zahl der Beisitzenden im Vorstand erweitert

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Der von der Vorstandskoalition gestellte Antrag, für die neue Wahlperiode sechs statt wie zuvor fünf Beisitzerinnen und Beisitzer in den Vorstand zu berufen, wurde mehrheitlich angenommen. Begründet wurde der Antrag u. a. mit der sich auffächernden Themenvielfalt in der Berufs- und Gesundheitspolitik. Angesichts der kommenden Herausforderungen und der zunehmenden Aufgabenvielfalt müsse der Vorstand personell und inhaltlich breiter aufgestellt sein, um für den Berufsstand angemessen eintreten zu können. Zudem steige mit der wachsenden Mitgliederzahl der Kammer das Arbeitsvolumen in der Mitgliederberatung.

 

Vorstandskoalition von großer Mehrheit getragen

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v.l.n.r: Gerd Höhner, Andreas Pichler, Cornelia Beeking, Barbara Lubisch, Bernhard Moors, Herrmann Schürmann, Birgit Wich-Knoten, Oliver Kunz

In der Wahl der Vorstandsmitglieder der 5. Kammerversammlung wurde Gerd Höhner (Kooperative Liste), seit 2014 Präsident der PTK NRW, mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Für das Amt des Vizepräsidenten kandidierte Andreas Pichler (Kooperative Liste), der diese Position seit 2014 innehat. Auch er wurde mit großer Mehrheit erneut gewählt. Als Beisitzende wurden Cornelia Beeking (Bündnis KJP), Barbara Lubisch (Kooperative Liste), Bernhard Moors (Bündnis KJP) und Hermann Schürmann (Analytiker/Psychodynamische Liste) wiederbestellt. Neu als Beisitzende gewählt wurden Birgit Wich-Knoten (dgvt plus+) und Oliver Kunz (dgvt plus+). Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Birgit Wich-Knoten ist in Münster niedergelassen, Oliver Kunz führt als Psychologischer Psychotherapeut eine Praxis in Mülheim an der Ruhr. Mit den vorliegenden eindeutigen Wahlergebnissen wird die neue Vorstandskoalition der PTK NRW von einer breiten Mehrheit in der Kammerversammlung getragen.

 

Fraktionen der neuen Kammerversammlung

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v.l.n.r: Georg Schäfer, Benedikta Enste, Dr. Wolfgang Schneider, Julia Leithäuser, Peter Müller-Eikelmann, Heidi Rosenow

In der Wahlperiode 2019 bis 2024 setzt sich die Kammerversammlung der PTK NRW aus sechs Fraktionen zusammen: Analytiker/Psychodynamische Liste (11 Sitze), Bündnis KJP (18 Sitze), dgvt plus+ (22 Sitze), Kooperative Liste (41 Sitze), PsychotherapeutInnen NRW (PtNRW, 11 Sitze), PsychotherapeutInnen OWL (7 Sitze). Fraktionsvorsitzende sind Georg Schäfer (Analytiker/Psychodynamische Liste), Benedikta Enste (Bündnis KJP), Dr. Wolfgang Schneider (dgvt plus+), Julia Leithäuser (Kooperative Liste), Peter Müller-Eikelmann (PsychotherapeutInnen NRW PtNRW) und Heidi Rosenow (PsychotherapeutInnen OWL).

 

„Verfahrensvielfalt muss erhalten bleiben“


Gerd Höhner stellte in seiner Rede zur Kandidatur drei Themen heraus, die ihm neben anderen „Schwergewichten“ wie der Digitalisierung im Gesundheitswesen für die nächste Wahlperiode besonders am Herzen liegen. „Bei der Reform der Psychotherapeutenausbildung müssen wir begleitend zu den berufspolitischen Aufgaben auf Bundesebene weiterhin daran arbeiten, auf Länderebene eine einheitliche Weiterbildungsordnung zu schaffen. Ebenso müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Vielfalt unserer fachlichen und methodischen Zugänge in den neuen Aus- und Weiterbildungsstrukturen abgebildet wird. Nur dann steht die Vielfalt der Verfahren weiterhin in der Versorgung zur Verfügung.“ Einsetzen wolle er sich auch für die Ausweitung der psychotherapeutischen Tätigkeitsfelder. „In der Altenpflege beispielsweise benötigt das Personal neben anderen ggf. auch psychotherapeutische Hilfen, um mit den täglichen Belastungen besser zurechtzukommen. Zudem müssen wir aufzeigen, welche Rolle Psychotherapie für die Versorgung alter Menschen spielt und dass Medikamente allein nicht ausreichen.“ Auch in der Jugendhilfe und bei chronisch körperlichen Erkrankungen, bei denen psychische Belastungen als Begleitindikation stärker in den Vordergrund rücken, würde zunehmend der Ruf nach psychotherapeutischen Leistungen laut. „Wo wir unsere Kompetenzen bereits erfolgreich einbringen, steigt die Nachfrage. Hier müssen wir am Ball bleiben.“ In einem dritten Punkt sprach Gerd Höhner innenpolitische Kammerthemen an. „Es wird eng in der Geschäftsstelle und wir brauchen neue Räumlichkeiten. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist der Relaunch der Homepage ein drängendes Projekt. Die Finanzierung dieser Entwicklungsaufgaben ist geplant, die Mittel stehen bereit.“

 

Einheitliches berufspolitisches Auftreten

 

Gerd Höhner schloss seine Rede mit einem persönlichen Blick auf die Kammerarbeit. „Mein Verständnis ist es, eine Position zu erarbeiten, die wir gemeinsam nach außen tragen können. Wir haben nichts davon, wenn immer alle recht haben. Wir müssen vielmehr die politische Reife aufbringen, unsere Ziele gemeinsam zu definieren und sie mit dem entsprechenden politischen Auftreten zu vertreten. Das ist uns zunehmend gut gelungen; ich bekomme anerkennende Rückmeldungen, dass unsere Profession mittlerweile einen respektablen Stand hat und direkt angesprochen wird. Auch im Vorstand habe ich immer eine gute Zusammenarbeit erlebt. Es gab durchaus tiefergehende Fragen und Auseinandersetzungen, aber stets einen wertschätzenden Umgang miteinander und ein einheitliches Auftreten in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Ich wünsche mir, dass wir weiterhin mit dieser Überzeugung antreten.“

 

Vielfältige Arbeitsthemen auf Vorstandsebene


v.l.n.r: Bernhard Moors, Barbara Lubisch, Herrmann Schürmann, Oliver Kunz, Birgit Wich-Knoten, Andreas Pichler, Gerd Höhner, Cornelia Beeking

Insgesamt betonte der neue Vorstand, dass mit der Reform der Psychotherapeutenausbildung zahlreiche Aufgaben auf die Profession zukämen. Hierzu gehöre, für die im bisherigen System tätigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) die prekäre Arbeitssituation zu beenden. Außerdem sollten für PiA wie auch für Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapuetinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Übergangsregelungen zum neuen System ermöglicht werden. Bessere finanzielle Rahmenbedingungen, Befugniserweiterungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und die Förderung der Vereinbarkeit von Familie mit Berufstätigkeit und berufspolitischem Engagement wurden ebenfalls als Themen weit oben auf der Agenda benannt. Als grundsätzliche Basis für ein erfolgreiches Arbeiten seien ein gutes Diskussionsklima in den Gremien sowie Transparenz in der Vorstandskoalition beizubehalten.

 

Weitere Wahlen und Beschlussfassungen zu Ausschüssen

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Im Anschluss an die Vorstandswahlen wählte die neue Kammerversammlung ihre 26 Delegierten zum Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) und deren Stellvertretende. In der Beschlussfassung zu der Größe der Ausschüsse für die Arbeit in den nächsten fünf Jahren einigte man sich auf neun Mitglieder. Als ersten Ausschuss richtete die Kammerversammlung den Finanzausschuss ein und wählte die Mitglieder und Stellvertretenden. Zum Mitglied der PTK NRW für den Finanzausschuss der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) wurde einstimmig Peter Müller-Eikelmann gewählt, als stellvertretendes Mitglied Dr. Georg Kremer. Als weiteren neuen Ausschuss richtete die konstituierende Kammerversammlung den Ausschuss „Fort- und Weiterbildung im Rahmen der Ausbildungsreform “ ein und wählte die Mitglieder und Stellvertretenden. Weitere Ausschüsse für die Wahlperiode 2019 bis 2024 sind in Planung; mit ihrer Einrichtung und Besetzung wird sich die 5. Kammerversammlung der PTK NRW in ihrer 2. Sitzung am 8. November 2019 befassen.

 

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