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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

09.11.2019, Düsseldorf

Praxisseminar für Sachverständige zur Gutachtentechnik


Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Sie haben die Möglichkeit, sich in eine Warteliste* einzutragen.


09:00 Uhr bis 16:30 Uhr in Düsseldorf,
Teilnehmerzahl: 25 | Teilnahmegebühr: 120 Euro (inkl. Imbiss und Getränke)
Fortbildungspunkte: 10

Die Veranstaltung richtet sich an Mitglieder der Psychotherapeutenkammer NRW, die sich auf eine Eintragung als Sachverständige in die Listen der Psychotherapeutenkammer NRW nach Verwaltungsvorschrift vom 10.12.2010 für die Bereiche Familienrecht und Kinder- und Jugendhilfe  bzw. Sozialrecht und/oder in die Liste Sachverständiger nach § 16 Abs. 4 Maßregelvollzugsgesetz NRW vorbereiten oder bereits eingetragen sind.

 

Die Veranstaltung soll Einblick geben in die fachlichen und technischen Aspekte der Gutachtenerarbeitung und -abfassung. Die Veranstaltung unterstützt die Qualifizierung und dient dem praktischen Üben und der Erörterung von individuellen Problemen bei der Gutachtenerstellung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können auch eigene Fälle oder Gutachten einbringen oder arbeiten an einem vom Dozenten vorbereiteten Beispielfall.

 

 

Programm

09:00 Uhr – Anmeldung
09:15 bis 16:30 Uhr – Seminar mit Pause
(Mittagspause 12:30 Uhr bis 13:15 Uhr)

 

1. Mindestanforderungen und Erstellung von Gutachten bei familienrechtlichen Fragestellungen

  • Vorstellung der Mindestanforderungen der interdisziplinären „AG Familienrechtliche Gutachten 2015“
  • Inhaltliche Gliederung und logische Struktur am Beispielgutachten – praktische Übung zu Logik, wissenschaftlichem Sprachstil und Duktus des Gutachtens
  • Gerichtliche Checkliste für Ärzte und Psychotherapeuten
  • Kriterien und Abfassung der Rechnungsstellung


2. Verschiedene Vorgaben und Mindestanforderungen sozialrechtlicher /neuropsychologischer Gutachten

  • Auftraggeber und ihre Fragestellungen
  • Hinweise auf Begutachtungsleitlinien der DGVU, der Versorgungsmedizinverordnung und interdisziplinärer psychotherapeutischer und ärztlicher Arbeitsgruppen
  • Handreichung „Checkliste zur Erstellung freier Gutachten bei sozialrechtlichen Fragestellungen“
  • Inhaltliche Gliederung und logische Struktur am Beispielgutachten „Fahreignung“

Dr. Detlef Bunk


3. Gutachten im Maßregelvollzug – Mindestanforderungen und Leitlinien sowie die Praxis des Vorgehens und Abfassens

  • Vorstellung der Mindestanforderungen und Leitlinien für Prognosegutachten im Rahmen verschiedener juristischer Kontexte (z.B. §§ 63, 64, 66, 66a, 66 b; § 246 a StPO; u.a.) und Übersetzung in die Praxis der Abfassung von Prognose-Gutachten
  • Erörterung der zentralen Anforderung an das Gutachten, die in der Rekonstruktion der Persönlichkeitsproblematik und der Lebens- und Delinquenzgeschichte liegt
  • Pass-Genauigkeit des Gutachtens bzgl. der Integration der vier Kontexte: Lebensgeschichte / Sozialisation, Geschichte und Sprache der Straftat oder Straftaten, Behandlungsverlauf, interaktive Erfahrungen bei der Begegnung in der Exploration zu einer plausiblen Hypothese
  • Voraussetzungen für die Abfassung eines Prognosegutachtens (Kenntnis der relevanten Konzepte für Strukturbildung, funktionaler und dysfunktionaler Sozialisation, der Entwicklungsanforderungen und Entwicklungskrisen, der Kriminalität, pathologischer Entwicklungsprozesse; Kenntnis der relevanten juristischen Konzepte und Bestimmungen; Kenntnis interaktiver, systemischer und anamnestischer Konzepte)
  • Vorgehen (Aktenstudium, Kenntnis des Strafregisters, der Ermittlungsakten und des Strafvollstreckungsheftes; Kontaktaufnahme; Auswertung der interaktiven Erfahrung der Begegnung; Vorlage der Testverfahren; Anlage der Exploration; Auswertung und prognostische Exploration der Befunde)
  • Aufbau und Gliederung:  Was muss ins Gutachten? In welcher Reihenfolge?
  • Umfang: Wie ausführlich muss ein Prognosegutachten sein?

Gerhard Bliersbach



Referenten

  • Dr. Detlef Bunk,
    Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Essen
  • Gerhard Bliersbach,
    Dipl.-Psych. Psychologischer Psychotherapeut, Hückelhoven

 


» Anmeldeformular für die Warteliste* [PDF-Dokument, 91 KB]
» Wegbeschreibung [PDF-Dokument, 123 KB]

 



Die Seminare zur Sachverständigentätigkeit orientieren sich an der „Verwaltungsvorschrift der Psychotherapeutenkammer NRW zur Eintragung in die Sachverständigenliste Strafrecht und Strafvollstreckungsrecht, Glaubhaftigkeit und Zeugenaussage, Familienrecht und Kinder- und Jugendhilfe sowie Sozialrecht vom 10. Dezember 2010“.

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die als Sachverständige im Auftrag von Gerichten, Behörden und Institutionen tätig werden möchten, können durch Teilnahme an diesen Seminaren die für die Aufnahme in die Listen erforderliche Sachkenntnis nachweisen.

Für die Eintragung in die Listen der Sachverständigen ist die Teilnahme an dem A-Modul und dem der jeweiligen Liste entsprechenden B-Modul erforderlich. Darüber hinaus sind Praxisnachweise in Form selbstständig organisierter und  erstellter Gutachten erforderlich.

Für Fragen rund um die Antragstellung zur Listenaufnahme steht Ihnen unsere Mitgliederberatung zur Verfügung.


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