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Psychotherapeuten
Kammer NRW


Kammer für Psychologische
Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeuten
Nordrhein-Westfalen

Gesprächspsychotherapie



Gesprächspsychotherapie ist die Bezeichnung für die auf dem Personenzentrierten Ansatz (Carl R. Rogers) gründende Psychotherapieform. Ihr liegt die Überlegung zugrunde, dass der Mensch danach strebt, sich zu entfalten und weiterzuentwickeln (Aktualisierungstendenz). Eine Gesprächspsychotherapie dient dazu, Blockierungen dieser Selbst-Aktualisierungstendenz aufzuheben. Sie zielt darauf ab, dass sich die Selbstwahrnehmung der Patienten in Bezug auf ihre Erfahrungen und Gefühle ändert. Im Mittelpunkt steht das Erleben des Individuums, nicht das Problem.

Die Gesprächspsychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit in sich trägt, sich positiv zu entwickeln und zu entfalten. Er ist deshalb auch bei einer psychischen Erkrankung selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten. Deshalb steht die Selbsterforschung im Mittelpunkt der Therapie. Die Patienten werden innerhalb des therapeutischen Prozesses als Person bedingungslos angenommen. Das bedeutet, dass die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten  konsequent „Ja“ zur Person des Patienten, zu dessen Wesen sagen, ohne dabei jeder Verhaltensweise zuzustimmen. Es wird ein entwicklungsförderndes Klima geschaffen, das dem Patienten dabei hilft, gesund zu werden. Diese Erfahrungen und die während der Therapie neu erworbene Fertigkeiten helfen dem Patienten, auch bei künftigen Problemen hilfreiche alternative Lösungen zu finden. Weiterentwicklungen der Gesprächspsychotherapie betonen in der Behandlung insbesondere die emotionalen Erfahrungen des Patienten und fokussieren auf die Veränderung von Gefühlen und Gedanken.

Am 30.07.2016 wurde der Bereich der Gesprächspsychotherapie in die erweiterte Weiterbildungsordnung der PTK NRW aufgenommen.

 

 

Bitte beachten Sie: Aktuelle Informationen zur Gesprächspsychotherapie nach dem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie

In seinem am 11. Dezember 2017 verabschiedeten Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie empfiehlt der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) die Gesprächspsychotherapie nun nicht mehr als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten/zur Psychologischen Psychotherapeutin entsprechend § 1 Absatz 1 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Psychologische Psychotherapeuten.

Die Gesprächspsychotherapie wird daher aktuell vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie weder als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin/zum Psychologischen Psychotherapeuten noch als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin/zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut empfohlen.

Dies führt vor dem Hintergrund der Anforderungen der Weiterbildungsordnung der PTK NRW bezüglich der Festlegung der Bereiche, in denen eine Weiterbildung erfolgen kann (§ 2 Absatz 2 WBO), dazu, dass zunächst keine neuen Anerkennungen zum Führen der Zusatzbezeichnung Gesprächspsychotherapie durch die PTK NRW ausgestellt werden können.

In Abstimmung auf Bundesebene und mit den anderen Landeskammern soll schnellstmöglich über das weitere Vorgehen und den Verbleib der Gesprächspsychotherapie in der Weiterbildungsordnung entschieden werden.

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