Umfragen und Studienteilnahme

In der folgenden Übersicht stellt die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ausgewählte laufende Studien vor, die für die psychotherapeutische Versorgung relevante Fragestellungen verfolgen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bei Interesse an den Studien mitwirken. Für den Inhalt der Forschungsvorhaben sind ausschließlich die wissenschaftlichen Leitungen der Projekte zuständig.

  • Studie zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der ambulanten Psychotherapie

    Eine Forschungsgruppe der Sigmund Freud Privatuniversität Wien führt derzeit eine Online-Studie zum Einsatz und zur Akzeptanz von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) durch. Untersucht werden praktische Erfahrungen, Entscheidungsprozesse sowie Chancen und Herausforderungen digital unterstützter Therapieformen.

    DiGA sind Medizinprodukte, die per App oder Browser genutzt werden und Patientinnen und Patienten im Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden unterstützen. In Deutschland können sie seit 2020 eingesetzt und auf Rezept verordnet werden; in Österreich wird die Einführung eines digitalen Gesundheitspfades derzeit diskutiert. Damit will die Studie mögliche Ansätze für einen Wissenstransfer ausloten.

    Die Befragung richtet sich an ambulant tätige Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten, die erwachsene Patientinnen und Patienten behandeln. Die Bearbeitungsdauer beträgt rund 15 bis 20 Minuten. Am Ende des Fragebogens wird ein Link zur Verfügung gestellt, der an die behandelten Personen weitergeleitet werden soll, um auch deren Rückmeldungen in der Studie mit einzubeziehen.

    Der Befragungszeitraum läuft aktuell bis Ende März 2026. Vorkenntnisse im Umgang mit DiGA sind nicht erforderlich. Die Studie ist datenschutzkonform konzipiert: Alle Informationen werden anonym erhoben und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verarbeitet.

    Interessierte können an der Studie unter diesem Link teilnehmen.

    Kontakt zur Studienleitung:
    Sigmund Freud Privatuniversität Wien 
    Prof.in Dr.in Christiane Eichenberg
    E-Mail: c.eichenberg@sfu.ac.at

  • „Bestandsaufnahme Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit“ – Studie der Humboldt-Universität zu Berlin

    An der Humboldt-Universität zu Berlin ist eine Umfrage zur Bestandsaufnahme von Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit und für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt angelaufen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die zu diesem Themenfeld zum Beispiel Workshops, Fortbildungen oder Beratungen durchgeführt oder an Materialien, Richtlinien und Strukturplänen mitgearbeitet haben, können bis zum 18. Januar 2026 teilnehmen.

    In einem Online-Fragebogen können sie angeben, welche spezifischen Ziele sie mit ihren Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit verfolgen. Zusätzlich werden sie um ihre Einschätzung gebeten, wie wichtig und wirksam oder wie hinderlich bestimmte Inhalte, Methoden und Bedingungen sind, um diese Ziele zu erreichen.

    Die Erkenntnisse aus der Studie sollen helfen, Ziele und Wirkfaktoren von Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit empirisch zu bestimmen. Auf lange Sicht sollen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen entstehen, wie präventive und edukative Maßnahmen zu diesem Thema wirksam gestaltet werden können – in der Praxis, in Fortbildung und Beratung sowie in institutionellen Kontexten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

    Die Bearbeitung des Fragebogens erfordert für die erste Maßnahme 30-45 Minuten. Für jede weitere Maßnahme, zu der die Teilnehmenden Angaben machen möchten, sind ca. 15-20 Minuten einzuplanen. Die Daten werden anonym erhoben.

    Interessierte können den Fragebogen direkt online ausfüllen [externer Link]. Auf der Seite finden sich auch ausführliche Hinweise zur Datennutzung und zum Datenschutz.

  • Online-Studie zur ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID

    Die Universität Kiel lädt Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein, an der Online-Studie „Erfahrungen mit der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID“ teilzunehmen. Das Projekt ist 2024 gestartet und als Langzeitstudie über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Untersucht wird, vor welchen praktischen Herausforderungen Behandelnde stehen und welche strukturellen Anpassungen sie als notwendig erachten. Ziel ist es, fundierte Impulse für die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung zu leisten.

    Die Studienteilnahme erfolgt in Form eines Interviews von rund 45 Minuten per Zoom oder Telefon. Das Gespräch wird aufgezeichnet, anonymisiert transkribiert und anschließend gelöscht. Erfasst werden nur wenige Basisdaten wie Alter, Geschlecht und berufliche Angaben. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus der Versorgungspraxis – beispielsweise der Umgang mit unspezifischen Symptomen, besondere diagnostische Herausforderungen oder ein erhöhter Bedarf an interdisziplinärer Abstimmung.

    Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und veröffentlicht. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und ist Projektteil eines Forschungsverbunds, an dem auch die Universitäten Tübingen und Würzburg beteiligt sind. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).

    Interessierte können sich per E-Mail zur Teilnahme an der Studie melden: LTPC.kiel@uksh.de

    Nähere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich unter dieser Adresse [externer Link].

  • „Wirksamkeit der Mentalisierungsbasierten Therapie für Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstsörung“ – Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf

    Das LVR-Klinikum Düsseldorf sucht für die magnet-Studie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung  [PDF, 534 KB] Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Umkreis von Düsseldorf und Köln.

    Teilnehmen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fachkunde in Verhaltenstherapie (VT) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP), die bereits approbiert sind oder deren Ausbildung fortgeschritten ist. Im Rahmen der Studie würden sie etwa ein Jahr lang Patientinnen bzw. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Einzelsetting entweder mit der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) oder mit den genannten Richtlinienverfahren behandeln. Ihre Therapiesitzungen würden sie auf Video aufzeichnen. Die Abrechnung erfolgt wie üblich über die Krankenkassen. Zusätzlich würden sie nach jeder Therapiesitzung eine kurze Online-Abfrage ausfüllen.

    Die Studienteilnehmenden erhalten
    •    eine kostenfreie, dreitägige Fortbildung in MBT (Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie MBT anwenden, vor der Behandlung, Psychotherapeutinnen und       Psychotherapeuten, die in der Studie TP oder VT anwenden, nach der Behandlung)
    •    eine Aufwandsentschädigung von 200 EUR pro Patientin bzw. Patient (neben der gewohnten Abrechnung über die Krankenkassen)
    •    online MBT-Gruppensupervision (bei der Anwendung von MBT) oder können zwischen online TP- bzw. VT-basierter Gruppensupervision und einer Supervisionspauschale von 300 EUR pro Patientin bzw. Patient wählen (bei TP- oder VT-basierter Therapie)
    •    eine vorliegende umfangreiche Anfangsdiagnostik der Patientinnen und Patienten

    Die magnet-Studie ist die erste große, multizentrische und randomisiert-kontrollierte Erhebung in Deutschland im ambulanten Bereich, die sich mit der Wirksamkeit der MBT bei Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zur Behandlung mit VT und TP befasst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Düsseldorf beteiligt sich als eines von fünf Studienzentren an von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie.

    Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist, die in die Studie eingeschlossenen Therapieformen hinsichtlich der Reduktion von Suizidalität und von selbstverletzendem Verhalten sowie weiterer behandlungsrelevanter Aspekte zu vergleichen. Das übergeordnete Anliegen ist, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Deutschland zu verbessern.

    Die Studie läuft bis Ende 2028.

    Kontakt für interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:

    Leoni Weintz
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    LVR-Klinikum Düsseldorf
    E-Mail: Leoni.weintz@lvr.de
    Tel.: 0211 922 4783