Umfragen und Studienteilnahme
In der folgenden Übersicht stellt die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ausgewählte laufende Studien vor, die für die psychotherapeutische Versorgung relevante Fragestellungen verfolgen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bei Interesse an den Studien mitwirken. Für den Inhalt der Forschungsvorhaben sind ausschließlich die wissenschaftlichen Leitungen der Projekte zuständig.
- Einsatz von Expositionsverfahren in der Psychotherapie von Essstörungen – Studie der Universität Hildesheim
Für die „Anonyme Befragung von Psychotherapeut:innen und PiAs zum Einsatz von Expositionsverfahren in der Psychotherapie von Essstörungen“ bittet die Universität Hildesheim Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) um Mitwirkung.
Voraussetzung für die Teilnahme sind Erfahrungen in der Behandlung von Essstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es müssen jedoch keine Expositionsverfahren zum Einsatz gekommen sein. Eine Begrenzung hinsichtlich des angewendeten psychotherapeutischen Verfahrens besteht nicht.
Der Online-Fragebogen [externer Link] für die Studie kann bis zum 30. September 2025 ausgefüllt werden. Die Bearbeitung nimmt etwa 20-30 Minuten in Anspruch. Die Datenerhebung erfolgt anonym.
Mit ihrer Studie möchten die Forschenden mehr darüber erfahren, welche Rolle Expositionsverfahren in der Behandlung von Essstörungen spielen und was ihren Einsatz beeinflusst. Von Interesse sind praktische Erfahrungen in der Therapie, mögliche Hürden beim Einsatz von Exposition und der Einfluss von individuellen Persönlichkeitseigenschaften der behandelten Patientinnen und Patienten. Mit den Ergebnissen der Studie soll die psychotherapeutische Behandlung von Essstörungen weiterentwickelt werden.
Für die Studie liegt ein positives Ethikvotum der Universität Hildesheim vor.
- Methodenintegration in der stationären Psychotherapie – Studie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg bittet Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus dem stationären und teilstationären Bereich um Mitwirkung an ihrer Studie „Methodenintegration in der stationären Psychotherapie (MISP)“.
Der Online-Fragebogen [externer Link] der Studie kann bis zum 31. Oktober 2025 ausgefüllt werden. Die Bearbeitung nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Die Daten werden anonym erhoben.
Das in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführte Forschungsprojekt untersucht, inwieweit sich integrative Bewegungen in Theorie und Forschung in der psychotherapeutischen Praxis wiederfinden. Fragen beziehen sich u. a. auf die Bedeutung von Heilfaktoren, Modalitäten, Beziehungsebenen, Medien und Strukturebenen in der persönlichen Therapiepraxis. In einer vorherigen Erhebung wurden bereits ambulant tätige Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten hierzu befragt.
Die Ergebnisse sollen dazu dienen, weitere Forschungsprojekte zur Wirksamkeit Integrativer Psychotherapie zu entwickeln und durchzuführen.
Die Studie erhielt ein positives Votum der gemeinsamen Ethikkommission der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der SRH Hochschule Heidelberg.
- Studie „Perspektivwechsel“ der Ruhr-Universität Bochum
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aller Richtlinienverfahren mit einer mindestens einjährigen Berufserfahrung in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen können sich bis zum 15. Oktober 2025 an der Studie „Perspektivwechsel“ beteiligen. Die Studie wird von einem Team von Psychotherapeutinnen am Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt.
Insbesondere sollen die Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmenden zu folgenden Themenbereichen erfasst werden:
- Einbezug von Eltern in die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen
- Erfassung und Umgang mit potenziell traumatischen Ereignissen im Kindes- und Jugendalter
- Einstellungen zu innovativen Ansätzen wie Virtual Reality und Einsitzungs-Gruppeninterventionen
Die systematische Erhebung soll Erkenntnisse darüber liefern, ob je nach Richtlinienverfahren unterschiedliche Sichtweisen oder Praxiserfahrungen bestehen. Ziel ist, klinische Praxis und Wissenschaft enger zu verknüpfen, um so die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten zu verbessern. Das Studienvorhaben wird vom Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) gefördert. Ein positives Ethikvotum liegt vor.
Die Bearbeitung der Fragen nimmt etwa 30 Minuten in Anspruch. Die Datenerhebung erfolgt anonym. Hier kann der Fragebogen online ausgefüllt werden [externer Link].
- Nutzung von Videobehandlung durch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bei erwachsenen Patientinnen und Patienten seit der COVID-19-Pandemie in Deutschland und Österreich – Online-Studie der Sigmund Freud Privatuniversität Wien
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aller Verfahren können in der Online-Studie zur „Nutzung von Videobehandlung durch Psychotherapeut:innen bei erwachsenen Patient:innen seit der COVID-19-Pandemie in Deutschland und Österreich“ ihre Erfahrungen in Bezug auf videobasierte Therapie angeben. Durchgeführt wird die Studie von der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Die Teilnahme ist von Ende Mai an zunächst für einige Monate möglich.
Mit dem Forschungsprojekt wird die aktuelle Nutzung von videobasierter Therapie in der psychotherapeutischen Praxis untersucht. Der Fokus liegt darauf, in welchem Umfang videobasierte Therapie auch nach der Covid-19-Pandemie bei verschiedenen Patientengruppen eingesetzt wird und wie die gesetzlichen Grundlagen in diesem Zusammenhang wahrgenommen und bewertet werden. Die Erfahrungen und Einschätzungen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu diesem Thema werden über einen im Rahmen der Studie entwickelten Fragebogen erhoben. Die Ergebnisse sollen sowohl länderspezifisch als auch ländervergleichend aufbereitet werden.
Der Fragebogen umfasst 10 bis 15 Items, die die Nutzung und Akzeptanz der videobasierten Therapie näher beleuchten. Seine Bearbeitung nimmt ca. 5 Minuten in Anspruch.
Die Erhebung erfolgt anonym. Sofern sich die Teilnehmenden nicht dagegen aussprechen, werden Ihre personenbezogenen Daten für weitere wissenschaftliche Forschungs- und Lehrzwecke weiterverarbeitet.
Der Fragebogen kann online aufgerufen und ausgefüllt werden [externer Link].
- „Wirksamkeit der Mentalisierungsbasierten Therapie für Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstsörung“ – Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf
Das LVR-Klinikum Düsseldorf sucht für die magnet-Studie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung [PDF, 534 KB] Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Umkreis von Düsseldorf und Köln.
Teilnehmen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fachkunde in Verhaltenstherapie (VT) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP), die bereits approbiert sind oder deren Ausbildung fortgeschritten ist. Im Rahmen der Studie würden sie etwa ein Jahr lang Patientinnen bzw. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Einzelsetting entweder mit der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) oder mit den genannten Richtlinienverfahren behandeln. Ihre Therapiesitzungen würden sie auf Video aufzeichnen. Die Abrechnung erfolgt wie üblich über die Krankenkassen. Zusätzlich würden sie nach jeder Therapiesitzung eine kurze Online-Abfrage ausfüllen.
Die Studienteilnehmenden erhalten
• eine kostenfreie, dreitägige Fortbildung in MBT (Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie MBT anwenden, vor der Behandlung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie TP oder VT anwenden, nach der Behandlung)
• eine Aufwandsentschädigung von 200 EUR pro Patientin bzw. Patient (neben der gewohnten Abrechnung über die Krankenkassen)
• online MBT-Gruppensupervision (bei der Anwendung von MBT) oder können zwischen online TP- bzw. VT-basierter Gruppensupervision und einer Supervisionspauschale von 300 EUR pro Patientin bzw. Patient wählen (bei TP- oder VT-basierter Therapie)
• eine vorliegende umfangreiche Anfangsdiagnostik der Patientinnen und PatientenDie magnet-Studie ist die erste große, multizentrische und randomisiert-kontrollierte Erhebung in Deutschland im ambulanten Bereich, die sich mit der Wirksamkeit der MBT bei Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zur Behandlung mit VT und TP befasst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Düsseldorf beteiligt sich als eines von fünf Studienzentren an von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie.
Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist, die in die Studie eingeschlossenen Therapieformen hinsichtlich der Reduktion von Suizidalität und von selbstverletzendem Verhalten sowie weiterer behandlungsrelevanter Aspekte zu vergleichen. Das übergeordnete Anliegen ist, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Deutschland zu verbessern.
Die Studie läuft bis Ende 2028.
Kontakt für interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:
Leoni Weintz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
LVR-Klinikum Düsseldorf
E-Mail: Leoni.weintz@lvr.de
Tel.: 0211 922 4783
- Studie „Traumafokussierte Psychotherapie im juristischen Kontext“ der Ludwig-Maximilians-Universität München
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können an einer repräsentativen Online-Befragung zum Thema „Traumafokussierte Psychotherapie im juristischen Kontext“ der Ludwig-Maximilians-Universität München mitwirken. Die Beteiligung wird voraussichtlich bis Ende September 2025 möglich sein.
Mit dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die Effekte traumafokussierter Behandlungen auf die Erinnerung von Patientinnen und Patienten beurteilen. Außerdem soll erfragt werden, ob Effekte traumafokussierter Therapie auf die Glaubhaftigkeit der Aussage vor Gericht erwartet werden. Dazu werden Fragen zu soziodemographischen Daten und zur beruflichen Qualifikation gestellt. Im Anschluss sollen anhand einer fiktiven Fallvignette Ansichten gegenüber Psychotherapie im juristischen Kontext beschrieben werden.
Ziel der Studie ist, Empfehlungen und Überlegungen von bzw. für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bzw. Juristinnen und Juristen zu erheben, die mit Menschen arbeiten, die als Opfer einer Straftat mit dem Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt bedroht oder konfrontiert waren. Die Forschung soll dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis der beteiligten Berufsgruppen und damit die Situation von Patientinnen und Patienten in Gerichtsverfahren zu verbessern.
Die Teilnahme erfolgt anonym und dauert maximal 10 Minuten. Sie können den Fragebogen direkt im Browser öffnen [externer Link] oder über den QR-Code im Flyer aufrufen [PDF, 267 KB]. Sie finden online zudem weitere Informationen zu Datenschutz und Einwilligung [externer Link].