Umfragen und Studienteilnahme
In der folgenden Übersicht stellt die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ausgewählte laufende Studien vor, die für die psychotherapeutische Versorgung relevante Fragestellungen verfolgen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bei Interesse an den Studien mitwirken. Für den Inhalt der Forschungsvorhaben sind ausschließlich die wissenschaftlichen Leitungen der Projekte zuständig.
- Online-Studie „VERANDA“ zur Entwicklung anonymer Therapieangebote
- Studie der Universität Witten/Herdecke zu visuellen und taktilen Körperrepräsentationen bei Körperdysmorpher Störung
Wie unterscheidet sich die Körperwahrnehmung von Menschen mit einer Körperdysmorphen Störung (KDS) von der Körperwahrnehmung psychisch gesunder Menschen? Diese Frage verfolgt das an der Universität Witten/Herdecke laufende Forschungsprojekt „BDD-VITAC“. Insbesondere wird untersucht, wie Personen mit einer KDS visuelle und taktile Informationen verarbeiten. Ziel ist, mehr darüber zu erfahren, welche Aspekte der Körperrepräsentation bei den Betroffenen verzerrt sind. Das Projekt findet in Partnerschaft mit der Universität Bielefeld statt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Teilnehmen können Erwachsene ab 18 Jahren, die vermuten oder wissen, dass sie eine KDS haben oder die psychisch gesund, aber sehr unzufrieden mit dem Aussehen ihres Gesichts sind. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die geeignete Studienteilnehmende vermitteln können, werden gebeten, bis Juni 2027 mit dem Projektteam Kontakt aufzunehmen: per E-Mail an bdd-vitac@uni-wh.de oder telefonisch unter 02302 / 926-78672.
Die Studienteilnehmenden werden nach einem ersten Telefontermin (ca. 30 min) und der Beantwortung von Fragebögen einmalig zu einem zwei- bis dreistündigen Termin in die Universität Witten/Herdecke eingeladen. Vor Ort absolvieren sie ein Interview und Aufgaben vornehmlich zu ihrer visuellen und taktilen Wahrnehmung.
Die über das Projekt gewonnenen Ergebnisse sollen den Forschungsstand verbessern und Hinweise liefern, wie die psychotherapeutische Behandlung von Menschen mit KDS langfristig verbessert werden kann.
- Online-Studie „Einstellungen gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen“ der Universität Siegen
Wie werden digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Praxis wahrgenommen, eingesetzt und verordnet? Um dies genauer zu untersuchen, wendet sich die Universität Siegen mit einem Fragebogen gezielt an Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (auch in Ausbildung) sowie an Ärztinnen und Ärzte für Psychiatrie und Allgemeinmedizin.
Ziel ist, Einstellungen, Nutzungserfahrungen und mögliche Barrieren im Umgang mit DiGA besser zu verstehen. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen dazu beitragen, digitale Angebote künftig passgenauer in die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu integrieren und die digitale Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln. Das Forschungsprojekt wird ohne außeruniversitäre Fördermittel und ohne Firmenkooperationen durchgeführt.
Interessierte können den Online-Fragebogen hier aufrufen und online ausfüllen [externer Link]. Vorwissen oder eigene Erfahrungen mit DiGA sind dafür nicht erforderlich. Die Bearbeitung der Fragen nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch, die Datenerhebung erfolgt anonym. Die Teilnahme ist bis Januar 2027 möglich.
- Online-Studie zur ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID
Die Universität Kiel lädt Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein, an der Online-Studie „Erfahrungen mit der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID“ teilzunehmen. Das Projekt ist 2024 gestartet und als Langzeitstudie über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Untersucht wird, vor welchen praktischen Herausforderungen Behandelnde stehen und welche strukturellen Anpassungen sie als notwendig erachten. Ziel ist es, fundierte Impulse für die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung zu leisten.
Die Studienteilnahme erfolgt in Form eines Interviews von rund 45 Minuten per Zoom oder Telefon. Das Gespräch wird aufgezeichnet, anonymisiert transkribiert und anschließend gelöscht. Erfasst werden nur wenige Basisdaten wie Alter, Geschlecht und berufliche Angaben. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus der Versorgungspraxis – beispielsweise der Umgang mit unspezifischen Symptomen, besondere diagnostische Herausforderungen oder ein erhöhter Bedarf an interdisziplinärer Abstimmung.
Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und veröffentlicht. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und ist Projektteil eines Forschungsverbunds, an dem auch die Universitäten Tübingen und Würzburg beteiligt sind. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).
Interessierte können sich per E-Mail zur Teilnahme an der Studie melden: LTPC.kiel@uksh.de
Nähere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich unter dieser Adresse [externer Link].
- „Wirksamkeit der Mentalisierungsbasierten Therapie für Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstsörung“ – Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf
Das LVR-Klinikum Düsseldorf sucht für die magnet-Studie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung [PDF, 534 KB] Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Umkreis von Düsseldorf und Köln.
Teilnehmen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fachkunde in Verhaltenstherapie (VT) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP), die bereits approbiert sind oder deren Ausbildung fortgeschritten ist. Im Rahmen der Studie würden sie etwa ein Jahr lang Patientinnen bzw. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Einzelsetting entweder mit der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) oder mit den genannten Richtlinienverfahren behandeln. Ihre Therapiesitzungen würden sie auf Video aufzeichnen. Die Abrechnung erfolgt wie üblich über die Krankenkassen. Zusätzlich würden sie nach jeder Therapiesitzung eine kurze Online-Abfrage ausfüllen.
Die Studienteilnehmenden erhalten
• eine kostenfreie, dreitägige Fortbildung in MBT (Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie MBT anwenden, vor der Behandlung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie TP oder VT anwenden, nach der Behandlung)
• eine Aufwandsentschädigung von 200 EUR pro Patientin bzw. Patient (neben der gewohnten Abrechnung über die Krankenkassen)
• online MBT-Gruppensupervision (bei der Anwendung von MBT) oder können zwischen online TP- bzw. VT-basierter Gruppensupervision und einer Supervisionspauschale von 300 EUR pro Patientin bzw. Patient wählen (bei TP- oder VT-basierter Therapie)
• eine vorliegende umfangreiche Anfangsdiagnostik der Patientinnen und PatientenDie magnet-Studie ist die erste große, multizentrische und randomisiert-kontrollierte Erhebung in Deutschland im ambulanten Bereich, die sich mit der Wirksamkeit der MBT bei Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zur Behandlung mit VT und TP befasst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Düsseldorf beteiligt sich als eines von fünf Studienzentren an von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie.
Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist, die in die Studie eingeschlossenen Therapieformen hinsichtlich der Reduktion von Suizidalität und von selbstverletzendem Verhalten sowie weiterer behandlungsrelevanter Aspekte zu vergleichen. Das übergeordnete Anliegen ist, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Deutschland zu verbessern.
Die Studie läuft bis Ende 2028.
Kontakt für interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:
Leoni Weintz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
LVR-Klinikum Düsseldorf
E-Mail: Leoni.weintz@lvr.de
Tel.: 0211 922 4783