Der elektronische Heilberufsausweis für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) festgelegt, dass wesentliche Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) von gesetzlich Krankenversicherten nur in Verbindung mit einem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) oder einem entsprechenden Berufsausweis genutzt werden können. Der Heilberufsausweis für Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist der elektronische Psychotherapeutenausweis (ePsychotherapeutenausweis, ePtA). Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beantragen ihn bei einem Vertrauensdiensteanbieter (VDA) ihrer Wahl.

Für einen reibungslosen Ablauf haben wir auf unserer Informationsseite zur Antragstellung wichtige Hinweise zusammengestellt. Am Ende dieser Hinweise sind die Portale der Anbieter verlinkt.

Für Leistungserbringende in der ambulanten Versorgung, die den elektronischen Heilberufsausweis nicht bis zum 1. Juli 2021 vorweisen können, hat der Gesetzgeber Honorarkürzungen vorgesehen. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hatte sich an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gewendet und um Aufhebung der Sanktionierung gebeten. Dies wurde im Ergebnis zwar nicht erreicht. Allerdings teilte das Ministerium sinngemäß mit, dass man es im Hinblick auf Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung in besonderen Konstellationen in der Übergangsphase des 3. Quartals 2021 für ausreichend halte, wenn die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut den elektronischen Heilberufsausweis vor dem 1. Juli 2021 verbindlich bestellt habe. Auch die KBV hatte das BMG aufgefordert, die Sanktionen auszusetzen. Wie die KBV auf ihrer Internetseite mitteilt [externer Link], hat das Ministerium mittlerweile bestätigt, dass die Sanktionierung nicht gelten solle, wenn der Ausweis vor dem 1. Juli 2021 bei einem Anbieter bestellt wurde. Der 38. Deutsche Psychotherapeutentag hatte bereits im April 2021 in seiner Resolution „Keine Sanktionen für unverschuldete Verzögerung“ [PDF, 122 KB] gefordert, die in § 341 Absatz 6 SGB V vorgesehene Honorarkürzung ersatzlos zu streichen.

Weitere Informationen zum elektronischen Heilberufsausweis und seiner Anwendung bieten der Newsletter 3/2020 [PDF, 1.9 MB] der Psychotherapeutenkammer NRW und die Praxis-Info „Elektronischer Psychotherapeutenausweis“ der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) [PDF, 327 KB]. Ansprechpartnerin für Fragen zum elektronischen Praxisausweis (SMC-B) oder zu KIM, dem Kommunikationsdienst im Medizinwesen sind die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Was ist der elektronische Psychotherapeutenausweis? Wer benötigt den elektronischen Psychotherapeutenausweis? Welche Funktionen erfüllt der elektronische Psychotherapeutenausweis? Welche Vorteile eröffnet der elektronische Psychotherapeutenausweis? Ab wann benötigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihren Heilberufsausweis? Wo beantragen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihren Ausweis? Wie läuft der Beantragungs- und Ausgabeprozess ab? Warum muss der Vertrauensdiensteanbieter selbst gewählt werden? Welche Daten benötigt die Psychotherapeutenkammer NRW von den Antragstellenden? Welche Kosten fallen an? Wie lange ist der elektronische Psychotherapeutenausweis gültig, was ist bei Umzug, Kammerwechsel und Verlust zu tun?