Präsident Putin: Stoppen Sie diesen Krieg! Verhindern Sie weitere Zerstörung und Leid unter den Betroffenen!

Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ist erschüttert über den Angriffskrieg in der Ukraine und verurteilt die durch nichts zu rechtfertigende Invasion.

Dieser Krieg hat bereits jetzt unermessliche Zerstörung und menschliches Leid in vielfacher Hinsicht verursacht. Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ist in großer Sorge um die seelischen Folgen der Kriegs- und Fluchterfahrungen für Kinder, Frauen und Männer. Es ist zu befürchten, dass seelische Verletzungen noch über viele Jahre hinaus Leid und große Beeinträchtigungen durch Traumafolgestörungen nach sich ziehen werden.

Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gelten daher den Kindern, Frauen und Männern, die derzeit Opfer dieses Krieges geworden sind, die ihre Heimat verlassen mussten, als Familie auseinandergerissen wurden und zuletzt nur noch fliehen konnten. Die Geflüchteten aus der Ukraine verdienen unsere volle Solidarität, Schutz, Sicherheit und medizinische Versorgung. Dabei gilt es, nicht nur die körperlichen, sondern auch die psychischen Verletzungen zu behandeln und zu versorgen.

Wir sind dankbar für das große Engagement der Bundes- und Landesregierung, nicht zuletzt aber der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen, Geflüchtete aufzunehmen und zu unterstützen. Auch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten engagieren sich in der Versorgung von aus der Ukraine geflüchteten Menschen. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und Dank.

In diesem Zusammenhang weist die Psychotherapeutenkammer NRW darauf hin, dass für eine bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung Geflüchteter aus der Ukraine unbürokratisch und zeitnah Anträge auf psychotherapeutische Behandlungen u. U. auch in Privatpraxen sowie zur Finanzierung notwendiger Sprach- und Kulturmittelnden bewilligt werden müssen. Leider zeigen Erfahrungen aus der letzten Flüchtlingskrise (2015), dass die Hürden für eine psychotherapeutische Behandlung geflüchteter Menschen immer noch sehr hoch sind. Angesichts des vielfachen seelischen Leids haben wir dafür kein Verständnis: Geflüchtete haben ein Anrecht auf eine fachlich angemessene Versorgung.

Spendenmöglichkeiten 

Aktuell gibt es weiterhin einen hohen Bedarf an Unterstützung auch in der Ukraine selbst. Sinnvollerweise stehen hier derzeit vor allem finanzielle Spenden im Vordergrund, um Hilfslieferungen in die Ukraine organisieren zu können. Infrage kommen z. B. Spenden an:

Medeor (Medikamenten-Hilfswerk, Tönisforst, NRW)
Spenden online unter www.medeor.de/Ukraine  [externer Link] oder über das Spendenkonto 
DE78 3205 0000 0000 0099 93 bei der Sparkasse Krefeld, Stichwort "Ukraine"

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe 
Die Caritas, UNICEF, das Rote Kreuz und die Diakonie haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen: www.aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de [externer Link]
Spendenkonto: DE65 100 400 600 100 400 600 bei der Commerzbank


Informationen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Viele Geflüchtete kommen in Nordrhein-Westfalen sowohl in privaten wie auch in kommunalen oder landeseigenen Einrichtungen unter. Wenn Sie sich vor Ort ehrenamtlich engagieren möchten, wenden Sie sich am besten direkt an Ihre kommunalen Stellen. In den meisten Fällen dürfte es über die lokale Homepage Ihrer Kommune Informationen zur Unterstützung geben, die Ihnen weiterhelfen können.

Viele Geflüchtete werden auch eine psychotherapeutische Versorgung benötigen. Informationen dazu, wie Sie im Rahmen der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung mit Geflüchteten aus der Ukraine tätig werden können und was es organisatorisch zu beachten gilt, erhalten Sie über die für Sie zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV) und weitere Anlaufstellen:

  • KV Nordrhein: www.kvno.de/aktuelles/ukraine-krise [externer Link]; Merkblatt „Ärztliche Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine“ (11.03.2022) [PDF, 323 KB]
  • KV Westfalen-Lippe: Ukrainische Geflüchtete erhalten Behandlungsscheine für die medizinische Versorgung  (KVWL-Newsletter 09.03.2022) [PDF, 38 KB]
  • Seit mehreren Jahren arbeitet die Psychotherapeutenkammer NRW mit dem Netzwerk Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer zusammen. Information zu deren Arbeit und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie unter www.psz-nrw.de [externer Link].
  • In Polen bietet die „Akademie für Motivation und Bildung“ Schulungen für polnische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Psychologinnen und Psychologen an, wie sie Menschen mit traumatischen Erlebnissen stabilisieren können. Hierfür werden auch in Deutschland Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gesucht, die Web-Seminare auf Polnisch, Ukrainisch, Russisch oder Englisch durchführen können. Kontakt für Interessierte: Iga Jaraczewska, E-Mail: ij.akademia.motywacji@gmail.com


Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Wenn Sie als Bürgerin oder Bürger in der Unterstützung Geflüchteter aus der Ukraine tätig sind, können Ihnen folgende Informationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)  [hier und auch im Folgenden: externe Links] weiterhelfen:

In den meisten Fällen dürfte es auch über die lokale Homepage Ihrer Kommune Informationen zur Unterstützung geben, die Ihnen weiterhelfen könnten.


Weitere Informationen zur psychotherapeutischen Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine wird die Psychotherapeutenkammer NRW zu gegebener Zeit auf ihrer Homepage veröffentlichen. 

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