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Klima- und Umweltschutz

Über Klimaschutz wird längt nicht mehr nur in der Wissenschaft diskutiert; seit geraumer Zeit nehmen damit verbundene Fragestellungen in der öffentlichen Debatte einen großen Raum ein. Die Auseinandersetzung mit den Themen Klima- und Umweltschutz und die Entwicklung nachhaltiger Strategien wird dadurch auch in die unterschiedlichen Berufe und Arbeitsfelder getragen.

Für die psychotherapeutische Arbeit hat der Klimaschutz über die gesellschaftliche Perspektive hinaus eine hohe Relevanz: Klimabedingte Flucht- und Migration, Extremwetterereignisse und eine generelle Veränderung der Umwelt können sich auf die physische und psychische Gesundheit auswirken.

Als direkte psychische Reaktion werden in diesem Zusammenhang zunehmend existenzielle Ängste und tiefgehende Verunsicherung genannt. Infolge von Hitzewellen, Naturkatastrophen und einer spürbaren, ungewollten Umweltveränderung wird auch ein möglicher Anstieg von posttraumatischen Belastungsstörungen, depressiven Episoden, sozialem Rückzug, psychischem Disstress, aggressivem Verhalten sowie eine Verschlechterung der subjektiven Lebensqualität diskutiert. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es für die psychischen Auswirkungen des Klimawandels vulnerable Bevölkerungsgruppen zu geben scheint. Beispielsweise zeigen Kinder und Jugendliche häufiger als Erwachsene negative Reaktionen auf (klimabedingte) Stressoren, da sie stärker von äußeren Faktoren und ihrem Umfeld abhängig sind und über weniger Bewältigungsstrategien verfügen.

Klima- und Umweltschutz als Aufgabe der Kammer

Die Psychotherapeutenkammer NRW nimmt die Themen Klima- und Umweltschutz in den Blick: Ökologische und nachhaltige Aspekte finden in der Geschäftsstelle, in der Gremienarbeit und bei Veranstaltungen Berücksichtigung; die Entschädigung- und Reisekostenordnung der Kammer wurde unter Aspekten des Klimaschutzes angepasst. In einem Positionspapier wurden bereits umgesetzte und auf längere Sicht denkbare weitere Maßnahmen und Ziele zusammengetragen. Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer NRW beschäftigt sich darüber hinaus mit der Bedeutung, die der Klimaschutz in der psychotherapeutischen Versorgung einnimmt. Ein weiterer Aspekt auf der Agenda ist die Aufgabe, Klimaschutz als ein Thema der gesundheitspolitischen Interessenvertretung zu begreifen und umzusetzen.

Positionspapier „Klima- und Umweltschutz als Aufgabe der Psychotherapeutenkammer NRW – Situationsanalyse, Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmenkatalog“ [PDF, 2 MB]